Gacpartasaray Indaschul — 1. FC Unterhopf

Zusammenfassung

+++ Liganeuling ringt Vorjahresfinalisten nieder: FCU wächst gegen Favoriten über sich hinaus +++

 

David gegen Goliath. Ein Kampf. Unser Kampf! Für die letzte Woche der Freiburger Uni-Liga Saison 2017 stand dem 1. FC Unterhopf die bis dato schwerste Bewährungsprobe bevor. Das Spiel gegen die Rivalen, Derbykontrahenten und bis hierhin ungeschlagenen Titelanwärter von Gacpartasaray Indaschul, die neun Spiele lang eine punktverlustfrei weiße Weste trugen…hatte man doch aber noch nicht gegen die Überraschungsmannschaft der Liga gespielt. Bereits im Vorfeld machte sich eine besondere und bis dahin nie dagewesene Spannung in der Stadt breit, angefacht von der besonderen Konstellation der Teams, sowie der örtlichen Boulevardpresse und diversen verbalen Auseinandersetzungen. Coach David Friedmann versuchte die Gemüter seines Teams ruhig zu halten und sich auf das Sportliche zu konzentrieren, dennoch machte sich vor Spielbeginn eine gewisse Nervosität im Weinroten Lager breit, die man mit routinierter Souveränität zu überspielen versuchte. Vor Anpfiff dann bereits die erste große Überraschung des Tages, als Edel-Fan und Athletiktrainer Christoph Maiß seinen Weg ins schöne Badnerland fand, um den Seinen tatkräftig zur Seite zu stehen, passenderweise in schönstem Weinrot gekleidet bezog unser 12. Mann neben dem vollständig anwesenden Trainerteam Stellung an der Seitenlinie, zusätzlich unterstützt von Massen an FCU Fans. Ausverkauftes Haus!

Dann Anpfiff. Als hätte jemand ein Feuerwerk gezündet, spielten die Weinroten exzellentes Offensiv-Pressing, jagten jedem Ball und Zweikampf hinterher und boten einen Sturmlauf nach dem anderen, sodass dem favorisierten Gegner anfangs nicht klar war, wie ihm geschah. Experten hatten im Vorfeld auf eine Floyd Mayweather Taktik vermutet – hoch pokern, defensiv spielen – entgegen allen Erwartungen lies Friedmann seine Schützlinge allerdings in neuem System auflaufen und schien somit für das Überraschungsmoment gesorgt zu haben, welches man sich erhofft hatte. Draußen hatten sich die Massen ums Spielfeld versammelt und wurden Zeuge des wohl legendärsten und eines der intensivsten Uni-Liga Spiele aller Zeiten. Dann der historische Moment. Einen solchen Sturmlauf hatte man in diesem Jahrhundert nur beim legendären 7:1 Erfolg der deutschen Nationalmannschaft über Brasilien bei deren Heim-WM 2014 miterleben können. Beflügelt von Adrenalin, Motivation und anderen Glückserscheinungen stürmte eine Kohorte um Knobelspies, Rücker und Diener, angeführt von Maiß Junior – während an der Seitenlinie Maiß Senior indessen Schwierigkeiten hatte, seinen lang antrainierten Ruhepuls zu halten – auf das gegnerische Gehäuse zu. Überlegt schoben die Beteiligten die Pille gekonnt hin und her, bis Rücker den Ball auf die halbrechte Position in Richtung Maiß passte, die den Ball gekonnt durchlies. Dort lauerte im Hintergrund Diener, Diener hätte schießen können…und Diener schoss! Mit seinem linken Huf beförderte er die Pille unhaltbar ins kurze Eck und sorgte für ungläubiges Halli Galli in den Reihen der Weinroten, sowohl auf, als auch neben dem Platz. Jeder der dachte, das die Devise von hier an auf Ergebnisverwaltung ausgelegt sei, wurde ein weiteres Mal an diesem Tag überrascht. Den Schützlingen des Trainerteams um David Friedmann gelang es, angepeitscht von den euphorisierten Massen an der Seitenlinie, das Tempo hochzuhalten und ein ausgeglichenes Spiel mit offenen Schlagabtauschen zu gestalten, immer noch mit den überzeugteren und cleveren Spielanteilen. Die Abwehr um Rücker, Weihing und Co. stand vor ihrer Größten Aufgabe im laufenden Wettbewerb, konnte aber jegliche Offensivbemühungen der Weißen vereiteln, die in dieser ersten Hälfte wohl eher in die Bank von England einbrechen hätten können, als gegen die FCU Abwehr ein Erfolgserlebnis zu erzielen. Dann Gänsehautmoment Nummer 2: Vorwochenheld Gaißer schnappt sich den Ball zur Ecke und befördert diesen mit einer butterweichen Flanke aus dem Innenrist in die Gefahrenzone, dort schraubt sich Luki Weihing in die Luft wie ein Korkenzieher und nickt den Ball gekonnt mit dem Kopf ein. Torwart chancenlos, Weltklasse Standard der beiden! Kurz darauf geht es in die Pause.

Aufregung im FCU Lager. Spätestens jetzt haben es auch die Langsamen begriffen: Hier geht was! So schön das Spektakel in Halbzeit Eins auch war, aufgrund der nicht allzu breiten Kadergröße war es nicht verwunderlich, dass man mit zunehmender Spieldauer gegen zahlenmäßig weit überlegene Gegner Probleme kriegen wird. Dies geschah in Halbzeit Zwei dann schneller als erhofft, ging es vor dem Wechsel noch in die andere Richtung, wurde man nun quasi überrumpelt von der Offensivkraft der Weißen, die nun endlich zeigten, warum man bisher ungeschlagen auf Platz 1 stand. Womit diese allerdings nicht gerechnet hatten, war ein Detail, das an diesem Tag Kahn, Neuer und Buffon beim gemeinsamen Public Viewing hätte vor Neid erblassen lassen: Felix Vögele wuchs über sich hinaus und löste wohl endgültig den „Titan“ als prestigeträchtigsten Torwartspitznamen Nummer 1 ab und ersetzte diesen mit „die Katze“. Er sprang, flog, hechtete, reagierte und ackerte was das Zeug hielt und lies reihenweise Kinnladen runterklappen…auf und neben dem Platz. Die etatmäßige Nummer 1 des SC Freiburg, Alexander Schwolow, kann froh sein, dass nicht zufällig ein Scout des SC des Weges kam, sonst hätte er sich für die kommende Saison wohl direkt ein sonniges Plätzchen auf der Ersatzbank aussuchen können. Ohne Frage wäre dieses Spiel ohne Vögele in dieser Phase zu Ungunsten der Weinroten entschieden worden. Irgendwann war sogar er leider geschlagen und es kam zum Anschlusstreffer. Von hier an konnte sich kein Zuschauer mehr auf den Rängen halten. Es herrschte eine Stimmung, die der bei den Hahnenkämpfen in den Vororten Mumbais in nichts nachstand. Edel-Fan Maiß Senior befand sich Puls-mäßig bereits jenseits der 30 Kilometer einer Marathonstrecke und dirigierte nun fleißig die Reihen der Seinen, als hätte er nie etwas anderes getan. Mit dem Gegentor fand man allerdings auch die Ruhe wieder etwas und versuchte auf Friedmanns Anweisungen hin, sich wieder auf die eigene Spielstärke zu verlassen. Man kam zu einigen Befreiungsschlägen, die für die dringend notwendige Entlastung sorgten. Als Gaißer 15 Meter vor dem Tor urplötzlich mit dem Ball freistand, rechneten aufgrund der Ereignisse der Vorwoche bereits alle mit dem sicheren 3:1. Aber selbst ein so abgezockter Hund wie der Youngstar hatte bei einem solchen Spiel Probleme mit den Nerven. Die Spannung war kaum auszuhalten mit 2 Minuten Restspielzeit. Nach einer weiteren Chance für die weißen dann die Sternstunde der FCU Clubhistorie und gleichzeitig die Erlösung: ein Lehrbuch-Konter und plötzlich tauchte Pete Miller vor dem gegnerischen Gehäuse auf, als hätte er sich die ganze Saison für diesen Moment zurechtgelegt. Die Welt stand still. Atem stockte. Dann ein überlegter, abgezockter Schuss am Keeper vorbei ins untere Eck und es gab kein Halten mehr. Jubel, Euphorie und Erleichterung im Weinroten Lager, auf dem Feld und im ganzen Stadion…und über allem der Freudenschrei des Torschützen, der wohl noch heute durch den Schwarzwald hallt! Miller wurde zu Boden gerissen von den heraneilenden Mitspielern, ein Moment puren Glücks. Kurz darauf bereitete der Referee diesem nervenaufreibenden und hochkarätigen Spiel ein Ende und sorgte für Halli Galli Stimmung bei den Weinroten. DERBYSIEG!

Stolz und Euphorie im FCU Lager nach Abpfiff, ein großartiger Kampf und eine hervorragende Mannschaftsleistung rechtmäßigen den wohl schönsten Erfolg der Clubgeschichte gegen einen starken Gegner, dem an dieser Stelle Respekt für eine gute Leistung und hervorragende Saison gezollt werden muss, Chapeau.

Mit diesem letzten Rundenspiel geht eine überragende erste Saison zu Ende, zu Buche steht ein exzellenter 3. Platz, die beste Defensive der Liga, der Sieg im Derby und das Zusammenwachsen zu einer echten Einheit, mit der jedes Mal eine Freude ist, als Mannschaft aufzutreten. Bereits stolz und zufrieden über das Erreichte fährt man am 8. Juli zum Endspieltag und versucht dort die ein oder andere Kirsche auf den Kuchen zu setzen. Der FCU freut sich auf seine Fans, die wie immer eine wahre Unterstützung waren! Vielen Dank an alle, die diese Saison zu der solchen gemacht haben!

 

Für den FCU spielten:
Vögele, Weihing, Rücker, Diener, Knobelspies, Gaißer, Miller, Rudolf, Rostan, Maiß, Braunstein, Schaeffer

Tore:
Diener (1), Weihing (1), Miller (1)

Gacpartasaray Indaschul

Position Tore
 0

1. FC Unterhopf

# Spieler Position Tore
πPeter MillerMittelfeld1
Chiara RostanMittelfeld0
1Felix VögeleTorwart0
4David RückerAbwehr0
5Lukas WeihingAbwehr1
6Tim RudolfAbwehr0
8Karoline SchaefferAngriff0
9Juliane MaißAngriff0
13David KnobelspiesMittelfeld0
16Moritz GaißerMittelfeld0
17Julia BraunsteinAngriff0
80Yan DienerAbwehr1
 Gesamt 3

Trainer: Christoph Maiß
Trainer: David Friedmann
Trainer: Laura Zachrich
Trainer: Jan Merkle

Tore
0
3

Details

Datum Zeit Wettbewerb Saison Spieltag / Schiri
28. Juni 2017 16:50 Gruppe A Sommer 2017 9 / Team Cool